Der Prinz und der Gloeckner
Geschichten

Am Ende des Parks

Geschrieben: 2013-05-17

Die gewaltigen Kastanien blühten schon kräftig in den Mai hinein, als ich durch den Park schlich.

Die wohlgeformte junge Frau da vorne ging mich schon irgendwie etwas an. Ich glaubte, bislang hatte sie mich noch nicht bemerkt. Besonders schnell ging sie nicht. Ich folgte ihr vorsichtig durch die bereits dunkle Nacht - na gut, auch der Mond war streckenweise ihr stiller Begleiter.

Zum Ende des Parks hin schien sie schon schneller zu gehen. Hatte sie mich doch entdeckt? Sie eilte jedenfalls, ich hinterher, leise, unsichtbar, wie ein Tier auf der Jagd. Ich glaubte, es lag gar nicht an mir.

Am Ende des Parks lag ja noch die Straße und dann die Straßenbahn. Ich vermutete, sie wollte doch die nächste Bahn erreichen, hatte es deshalb eilig. Schaute sie sich nicht doch besorgt nach mir um? Doch ich machte mich unsichtbar im Dunkel der Bäume.

Jetzt wirkte sie hektisch. Die Straßenbahn kam. Sie schaute wieder hektisch ins Dunkel. Ich aber blieb ihr unsichtbar. Eilte sie, um die Bahn zu erreichen? Oder um zu entkommen?

Ich verlor jedenfalls das Interesse, als offenbar wurde, daß sie beim Überqueren der Straße zur Haltestelle der Bahn ein herannahendes Auto übersehen hatte. Hastig zog ich mich in die Dunkelheit des Parks zurück.

Also doch dann nur einfach alleine nach Hause. Vielleicht doch nur eine Tüte Chips aufreißen und einen schmuddeligen Film gucken, um wieder runterzukommen. Erst jetzt merkte ich, wie aufgeregt, erregt ich inzwischen war...

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