Der Prinz und der Gloeckner
Geschichten

nach hause

Geschrieben: 1989-09-19

Auf der Fahrt nach hause bin ich nun am Ziel der Reise, sehe das Haus schon, fahre auf dem Hof auf den alten Platz für das Auto und bin erstaunt, daß ich zweimal neu ansetzen muß, bis das Auto steht wie immer, nein, eigentlich bis ich mich mit seiner Position zufriedengebe, denn irgendwie paßt etwas nicht ganz.
Ich steige aus und vom Haus her weht ein ungreifbarer Hauch herüber, etwas Unbekanntes liegt um das Haus und etwas Fremdes scheint an ihm zu haften, ohne daß ich wüßte, was das wäre. Schon etwas unsicher gehe ich zur Tür und bin erleichtert, der Name neben der Klingel stimmt, die Hausnummer auch, ich drehe mich um, alles ist wie sonst, auch die richtige Straße, dennoch hält sich das Gefühl, daß etwas falsch, fremd ist, irgendwie ganz hinten im Kopf. Ich krame den Schlüssel aus der Tasche, stecke ihn ins Schloß, will sagen, versuche es, ich werde unruhig, er scheint zu klein, nicht zu passen, meine Hände beginnen nervös zu zittern, versuche es unruhiger werdend immer ungeduldiger, schaue auch noch einmal nach, doch es ist der richtige Schlüssel, versuche es noch einmal, nun schon beinahe panikartig, denke mir, das gibt's doch gar nicht, zittere etwas, drücke schließlich aufgebend die Klingel und warte unruhig. Es öffnet jemand und tritt in die Tür. Mehr entsetzt als erstaunt stolpere ich die Stufen vor der Tür rückwärts hinunter, weiche zurück, und in mir zieht sich alles zusammen, meine Augen weiten sich, und ich stoße rückwärts gegen das Auto und erwache.

Aufgeschreckt sitze ich in pechschwarzer Nacht in meinem Bett in meinem Zimmer, was ich jetzt ganz eindeutig weiß, doch dies nicht gekannte Angstgefühl weicht nur langsam, und leise wispert es in meinem Kopf, gefolgt von schallendem Lachen:
GÖTTER SIND SCHON SELTSAME LEUTE, NICHT WAHR?

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