Der Prinz und der Gloeckner
Gedichte

Fluß der Ewigkeit

(2015-09-20)

Ich stehe mal wieder
Im Fluß der Ewigkeit
Zeit sickert zäh
Durch mein Sein
Bis der Morgen errötet
Stehe ich in der eigenen Leere
Die Zugvögel sind schon fort
Es bleiben die grauen Wolken
Wozu sich über den kalten Regen sorgen?
Er kommt ohnehin
Und dringt mit klammen Klauen
Ins Innerste
Und legt sich gedankenlos
Um das, was noch lebt
Löst sich und tropft heraus
Es bleibt vorübergehend
Eine Pfütze
Der Erinnerung
Eile ich noch durch den Nebel des Vielleicht?
Oder bleibe ich doch vorher stehen
Und lasse das Mögliche
Achtlos versickern?
Wohin auch?
Warum auch?
Lauern die Fragen noch?
Oder drohen schon Antworten?
Antworten, für den Moment
Fragen des Augenblicks
Kommentare des Transienten, des belanglos vergänglichen
Flüchtige Gedanken im gleichgültigen Sturm der Zeit
Wie ein angebissener Apfel
Zieht der Tag seine Spur
Und gräbt sich ein
Mit vergnüglich düsteren Gedanken
Als der Abend errötet
Stehe ich vielleicht noch immer
Im Fluß der Ewigkeit
Und wie das letzte Blut
Tropft die Zeit
Arglos hinweg
Blieb die Sonne mir fern?
Ist der Mond mein Begleiter?
Ertrinken die Sterne, die Nacht
In Erschöpfung?
Oder erhellen die Sterne
Die Düsternis der nächtlichen Philosophie?
Aber nein
Zähflüssige Wolken
Verhängen jegliches Funkeln
und
Ich stehe wieder
Im Fluß der Ewigkeit!
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