Der Prinz und der Gloeckner
Gedichte

Die Stille des Ichs

(1999-05-22)

Manchmal stehe ich da
in der Stille des Ichs
Und mir scheint
ich bin ganz allein
doch keiner will mir das glauben
keiner mich verstehen
Die Gedanken der anderen scheinen ein Labyrinth
und meine so klar
mein Weg so einfach und gerad
der der anderen verworren und unsinnig
doch mag es den anderen
gerade so gehen wie mir
Ich schaue dich an
und möchte nur sagen:
vertrau mir!
dann ist alles ganz einfach
Aber ich schweige nur
in der Stille meines Ichs
und lausche, ob du nicht etwas sagst
was ich wirklich verstehen kann
Ich steh da ganz allein
mit geschlossenen Augen
und weiß nicht
wie es gehen soll
Auf meiner Wange ist eine Träne
doch leider nur in meinen Gedanken
Wenn wir doch einfach sagen könnten,
was wir fühlen oder auch nicht
wäre alles viel einfacher
denn nichts ist schlimmer
als in den anderen hineininterpretieren zu müssen
was er denken könnte
Aber gerade das tun wir uns an
Tatsächlich lächele ich dich nett an
und mache Konversation
die stört nicht meine Stille
und auch nicht die deine
In unseren Köpfen kann schreien was will
Unser Lächeln bleibt ruhig und souverän
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