Der Prinz und der Gloeckner
Gedichte

geständnis eines clowns

(1999-10-30)

komm,
ich mach dir den clown
meine worte sind süßer
als konfekt
mein lachen breiter
als das des erfolgreichsten staubsaugervertreters
meine versprechungen
phantastischer als ein werbespot
meine ironie
ist zartbitter
doch bei zartbitter
denkst du nur an schokolade
nur für dich
hab ich eine rote nase auf
nur für dich
ist ein ewiges lachen in mein gesicht geschminkt
nur für dich
tue ich so
als hätte ich die
ausgestreckten füße nicht gesehen
und stolpere
nur zu deinem vergnügen
und wenn ich dir sagte
daß ich dich mag
du glaubtest es nicht
das haben dir schon zu viele gesagt
und noch viel mehr versprochen
die dich wollten aber nicht mochten
nun werde ich
nicht auch noch
wie die anderen
das supermannkostüm überziehen
um noch toller zu erscheinen
als ich ohnehin bin
vielmehr schaue ich nur aus dem fenster
nachdenklich
wenn du es nicht siehst
und weiß nicht
wie es gehen soll
es wird herbst
es ist still draußen bis auf den wind
du spielst mit einem deiner telephone
und ich lache dir immer noch zu
wenn du gegangen bist
nehme ich die clownsmaske wieder ab
hättest du etwas gesagt
hätte ich sie doch abgenommen
bevor du gegangen wärst
ehrlich
doch ich habe nur gesehen
wie dir der vollkommene ernst
ins gesicht geschminkt ist
ich hab nicht erkennen können
ob hinter deiner maske gefühle sind
wenn du gegangen bist
nehme ich meine clownsmaske wieder ab
und räume auf
und schreibe ein gedicht darüber...
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